Mal ehrlich – wie nachhaltig sind deutsche Unternehmen wirklich?

Glaubt man den zahlreichen Studien, dann ist Nachhaltigkeit nicht nur in aller Munde, sondern tatsächlich ein Top-Thema in der Wirtschaft. Im Februar 2013 stellte beispielsweise die Managementberatung Kienbaum auf Basis einer Studie, an der rund 100 deutsche Großunternehmen teilgenommen haben, fest: „Die deutschen Unternehmen investieren künftig verstärkt in ihr Nachhaltigkeitsmanagement – und das, obwohl die wirtschaftlichen Vorzeichen wegen der Euro-Schuldenkrise auf Abschwung stehen: Die Hälfte der Unternehmen hat bereits in den vergangenen drei Jahren ihr Nachhaltigkeitsbudget erhöht und 60 Prozent werden es in den kommenden Jahren weiter aufstocken.“ Für 83 Prozent der befragten Firmen hat  Nachhaltigkeit Top-Priorität. Allerdings richten der Studie zu Folge nur 42 Prozent der Firmen ihr gesamtes Geschäftsmodell fundamental auf Nachhaltigkeit aus, während 41 Prozent einen eher punktuellen Nachhaltigkeitsansatz verfolgt. Wenn man diesen Befund anders liest, heißt das:  Die meisten Unternehmen bekennen sich zur nachhaltigen Unternehmenspolitik, aber nicht einmal die Hälfte macht es richtig und handelt wirklich konsequent im Sinne eines ganzheitlichen, alle Unternehmensbereiche umfassenden Managements. Das beweist, wie schwer es Unternehmen fällt, Nachhaltigkeitsstrategien und -ansprüche in die Praxis zu transformieren. Die führenden Unternehmen der großen Branchen, sei es der Handel, die Banken-, Finanz- oder die Automobilwirtschaft, haben genau mit diesem Befund zu kämpfen. Strategisch sauber aufgestellt, fehlt es ihnen an Impulsen in der Unternehmenspraxis, um sichtbare und signifikante Verbesserungen der Nachhaltigkeitsperformance zu erreichen. Entsprechend ist auch die Welle der Nachhaltigkeitspreise und der vielen positiven Schlagzeilen erkennbar abgeflacht. Auch wenn der Tenor der genannten Studie positiv ist, sollte einem das zu denken geben. Nachhaltigkeit ist für das Management harte Arbeit und die eigentliche Herausforderung beginnt erst dann, wenn man klare Ziele definiert und schon einiges erreicht hat, und zwar mit der Frage: Wie nachhaltig ist meine Unternehmenspraxis wirklich? Wie viel ist Schein, wie viel ist Substanz? Und vor allem: Wie bleiben wir in den nächsten Jahren „dran“ an diesem Thema?

Lauter gute Gründe, um sich mit dem Nachhaltigkeitsrechner und mit der Methode des Comprehensive Sustainability Management vertraut zu machen.