Wie man eine gute Nachhaltigkeitsperformance weiter verbessert

Unternehmen sind heutzutage nicht nur gefordert, nachhaltig zu handeln, sondern auch ihre nachhaltige Unternehmenspraxis gut zu kommunizieren. Dabei läuft man leicht Gefahr, den Blick zu stark zurück und nicht nach vorne zu richten. Die derzeit übliche Nachhaltigkeitsberichterstattung präsentiert Erfolge, verleitet aber dazu, die Ziele aus dem Blickfeld zu verlieren und mit den erreichten Veränderungen – etwa einer besseren CO2-Bilanz, einem optimierten Ressourcenmanagement oder  wertschätzenden Mitarbeiterprogrammen – zufrieden zu sein. Die Definition glaubwürdiger Nachhaltigkeitsziele und die Frage, wie diese bestmöglich erreicht werden können, ist jedoch der wichtigste Baustein im Nachhaltigkeitsmanagement eines Unternehmens, das auf permanente Weiterentwicklung ausgerichtet ist. Die CIConsult Sustainability sieht hierin eine große Herausforderung, insbesondere für diejenigen Unternehmen, die bereits eine gute Nachhaltigkeitsperformance erreicht haben und ihr Niveau halten und ausbauen wollen. Grund genug, sich damit einmal genauer zu befassen.

Je größer die erzielten Fortschritte sind, desto anspruchsvoller wird das Nachhaltigkeitsmanagement

Nachhaltigkeit beinhaltet ein Leistungsversprechen. Wer sich erfolgreich als verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Unternehmen in der Öffentlichkeit profiliert hat, sieht sich mit entsprechend hohen Erwartungen von Kunden und in der Öffentlichkeit konfrontiert,. Mögliche Abweichungen oder Widersprüche zwischen eigenen hohen Nachhaltigkeitsstandards und tatsächlicher Praxis werden kritisch betrachtet und können das Vertrauen  in das Unternehmen massiv beeinträchtigen. Das haben schon viele Unternehmen zu spüren bekommen. So musste sich vor einigen Monaten zum Beispiel der für seinen hohen Nachhaltigkeitsanspruch bekannte Handelskonzern Rewe Group rechtfertigen, als in der TV-Sendung „Hart aber fair“ angebliche Missstände im Umgang mit Plantagenarbeitern präsentiert wurden. Auch der nach eigener Darstellung besonders nachhaltig orientierte Textildiscounter KIK geriet nach einem Fabrikbrand bei einem pakistanischen Lieferanten unter Rechtfertigungsdruck. Nachhaltigkeit ist kein Zustand, sondern eine Verpflichtung für die Zukunft. Das gilt besonders für börsennotierte Unternehmen, die in Nachhaltigkeitsindizes gelistet sind, es gilt aber auch für alle anderen Unternehmen, deren Kunden und Stakeholder eine nachhaltige Unternehmensführung erwarten.

Es gibt heute immer weniger Unternehmen, die sich noch nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst und entsprechende Programme aufgelegt haben. Die  ersten Schritte zu einem systematisch angelegten Nachhaltigkeitsmanangement sind oft hinlänglich bekannt.  Viel wichtiger wird die Frage, wie man Nachhaltigkeitseffekte langfristig  und unternehmensweit absichern kann. Die anfängliche Begeisterung über erste sichtbare Erfolge wie zum Beispiel geringere Energiekosten durch ein optimiertes Ressourcenmanagement, weicht nämlich rasch der Ernüchterung, wenn keine Weiterentwicklung erkennbar ist. Es fällt Unternehmen zwar leicht, ein Nachhaltigkeitsmanagement einzuführen und die ersten Schritte umzusetzen. Dauerhaft wirkungsvoll ist dies jedoch nur, wenn die Begeisterung und das Umdenken im gesamten Unternehmen und in allen Bereichen der Wertschöpfungskette gewährleistet sind. Das bedeutet aber Mühe, Aufwand und eine Veränderung der Unternehmenskultur, die einen langen Atem erfordert. Hinzu kommt, dass sich Nachhaltigkeitseffekte oftmals nicht kurzfristig messen lassen, sondern nur langfristig oder nur im globalen Zusammenhang deutlich werden. Es ist dann nicht leicht, die eigenen Mitarbeiter dafür zu begeistern. Erfahrungsgemäß sind Unternehmen spätestens drei bis fünf Jahre nach Start der ersten Nachhaltigkeitsaktivitäten mit der Herausforderung konfrontiert: Wie können wir unsere Nachhaltigkeitspraxis auf hohem Niveau fortführen und noch besser werden? Wie geht es weiter?

Hier sind wir beim Thema: Die größte Herausforderung liegt in der Festlegung anspruchsvoller und erreichbarer Nachhaltigkeitsziele. Sie sind integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß den bekannten Standards (z.B. GRI ) und haben eine große unternehmenspolitische Bedeutung. Wieviel CO2-Reduktion können und wollen wir im Betrieb konkret im Zeitraum XY erzielen? Um wieviel Prozent steigern wir den Einsatz erneuerbarer Ressourcen? Welche konkreten Verbesserungen können wir in den nächsten Jahren für unsere Arbeitnehmer und Lieferanten unternehmensweit (also z.B. auch an internationalen Standorten) glaubwürdig anstreben oder einfordern? Solche Festlegungen haben sehr oft unternehmensstrategische Konsequenzen und werden daher heftig diskutiert. Sie können zum Beispiel Investitionen erfordern oder temporär die Margen drücken. Nachhaltigkeitsziele müssen vertretbar und gleichzeitig glaubwürdig sein. Bei der Unterstützung von Unternehmen konzentriert sich die CIConsult Sustainability daher auf die Frage, nach welchen Kriterien und in welchem Umfang die Nachhaltigkeit der Unternehmenspraxis verbessert werden kann und wie dies konkret zu erreichen ist.

Ausgangspunkt für diese Überlegungen sind nicht nur Kennzahlen zur Umwelt- oder Sozialperformance, sondern auch der Reifegrad des Nachhaltigkeitsmanagements. Er lässt sich grob gesagt anhand der Koordinaten Kompetenz/Fähigkeiten/Erfahrungen und Bereitschaft/Commitment beschreiben. Das heißt zum Beispiel: Besitzen die Mitarbeiter und Stakeholder eines Unternehmens die Kenntnisse und sind sie faktisch in der Lage, nachhaltigkeitsrelevante Verbesserungen in bestimmten Bereichen zu erzielen (z.B. den Ressourcenverbrauch zu senken) und sie dazu bereit? Ihre Bereitschaft hängt nicht nur von ihrem persönlichen Verantwortungsbewusstsein ab, sondern auch davon, ob es sich für sie lohnt, sich für mehr Nachhaltigkeit einzusetzen. Wer beispielsweise als Einkäufer nach Marge und Volumen bezahlt wird, muss einen Anreiz haben, auch Produkte zu beschaffen, die vielleicht weniger Marge, dafür aber eine bessere Umweltbilanz bieten. Dieses Beispiel lässt erahnen, dass die Festlegung von Nachhaltigkeitszielen eine  komplexe Herausforderung ist. Sie muss dem spezifischen Reifegrad des Nachhaltigkeitsmanagements Rechnung tragen. Es gilt, Kompetenz und Bereitschaft zu nachhaltigem Handeln aller beteiligten Akteure in der gesamten Prozesskette zu verbessern und auf hohem Niveau zu sichern. Darin liegt eine Daueraufgabe.

Mit dem Nachhaltigkeitsrechner (www.nachhaltigkeitsrechner.com) können sich Unternehmen diesem Thema nähern. Bei Beantwortung der Fragen erhält man nämlich eine erste grobe Einschätzung der eigenen Nachhaltigkeitsperformance im Vergleich zum Industriestandard.

Sind die Aussagen der Unternehmen zu den Nachhaltigkeitszielen heute konkret genug?

Ein Blick in die Nachhaltigkeitsberichte einzelner Unternehmen zeigt, dass viele mit den  Aussagen zu den Zielen vage bleiben. So befasst sich zum Beispiel der umfangreiche Nachhaltigkeitsbericht 2010 der Rewe Group zwar mit der Strategie und gibt Ausblicke, nennt aber keine verbindlichen Ziele. Der erste Nachhaltigkeitsbericht der Hotelgruppe Swissotel nennt künftige Maßnahmen und stellt diese in einer „Transformation Map“ in einen Zusammenhang. Dadurch wird die Zielsetzung des künftigen Nachhaltigkeitsmanagements greifbar. Differenzierte Nachhaltigkeitsziele und dazu geplante Umsetzungsmaßnahmen nennen auch die Autobauer, beispielsweise der VW-Konzern im Nachhaltigkeitsbericht 2012. Allerdings lassen die Formulierungen in den meisten Fällen Spielraum zur Interpretation. Die umfangreichen Berichte zeigen, dass es Unternehmen insgesamt schwer fällt, sich auf die künftige Entwicklung ihrer Nachhaltigkeitsperformance festzulegen.

Empfehlung

Die Glaubwürdigkeit von Unternehmen wird immer mehr an der Nachhaltigkeit gemessen. Dabei zählt nicht allein die Präsentation der erzielten Fortschritte, sondern der Blick nach vorn. Unternehmen müssen sagen, wie sie konkret in der Zukunft nachhaltiges Handeln sicherstellen und weitere Verbesserungen erreichen wollen. Die Methode des Comprehensive Sustainability Managements, auf deren Basis die CIConsult ihre Kunden unterstützt, ermöglicht ein systematisches Vorgehen bei der Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen.